16. Mai 2026 – Orchideen-Exkursion nach Sindeldorf mit Eva Kienle

Am 16. Mai 2026 führte die Exkursion der NABU-Gruppe Schwäbisch Hall in das ca. 30km entfernte Sindeldorf im Hohenlohekreis. Am Südhang des Sindelbachtals, auf ehemaligen Weinbergsflächen, hat sich ein artenreicher Magerrasen entwickelt. Auf den verkarsteten, mageren Muschelkalk-Standorten haben sich viele trockenheits- und sonnentolerante Pflanzen angesiedelt. Die Hauptattraktion waren aber die vielen Orchideen.
Natur- und Landschaftsführerin Eva Kienle aus Forchtenberg führte die Gruppe von 20 Pflanzeninteressierten durch das Gebiet und machte auf die teilweise versteckten Schätze aufmerksam.
Der Hinweg führte durch die offenen Wiesenbereiche, die früher auch als Gärten genutzt wurden und deswegen auch noch Gartenflüchtlinge wie Pfingstrosen, bunte Akeleien und Bart-Iris zu sehen sind.
An Orchideen gab es in diesem Bereich Hummel-Ragwurz mit weißen, grünen und rosanen Kronblättern, Pyramiden-Orchis, Spinnen-Ragwurz, Helm-Knabenkraut, den unscheinbaren Ohnsporn (auch Hängender Mensch oder Puppen-Orchis genannt), Großes Zweiblatt und hunderte Bocksriemenzungen, deren an Ziegenbock erinnerten „Duft“ an manchen Stellen zu riechen war.

Nach Aufgabe der Weinberge wurden die Hänge teilweise mit Schwarzkiefer aufgeforstet. Der Rückweg führte am Anfang durch den lichten Kiefernwald, in denen es hunderte Exemplare des Weißen Waldvögeleins und einige als Vollschmarotzer lebende Vogel-Nestwurze zu bestaunen gab.
In der Mitte des Hangs angekommen, gab es mehrere offene Bodenstellen, an denen der Schotter des Muschelkalks offen da lag. In diesen Extrembereichen wachsen der Edel- und Traubengamander und ein paar wenige Exemplare der gelben Sommerwurz.
Ein weiteres Highlight war der Osterluzei-Bestand! Sie wurde früher öfters in Weinbergen angepflanzt.
Die Vegetation in dem als Naturdenkmal geschütztem Gebiet hat alle TeilnehmerInnen begeistert!

Leider war es recht kühl (ca. 12 °C) und die Sonne konnte sich nur selten gegen die Wolken durchsetzen, deshalb waren nur wenige Insekten zu sehen. Am Ende der Führung zeigte sich noch kurz ein Schmetterlingshaft, die hier bei besserem Wetter zu Hunderten zu bestaunen sind. Sie fliegen von Ende April bis Ende Mai. Der Schmetterlingshaft ist kein Schmetterling, sondern ein räuberisch lebender Hautflügler mit auffallendem Aussehen und es lohnt sich durchaus nochmals einen Ausflug bei Sonnenschein zu machen, um ihn zu richtig zu sehen.
Im Anschluss kehrte ein Teil der Gruppe noch in Niedernhall ein und ließ den Nachmittag in geselliger Runde, bei interessanten Gesprächen ausklingen.
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