17. April 2026 – Vortrag von Klaus-Peter Zsivanovits: Das Donaudelta

Klaus-Peter Zsivanovits

Am Freitag 17.04.2026 gab es einen außerplanmäßigen Vortrag über das Donaudelta. 35 Zuhörer ließen sich das nicht entgehen.

Der Referent, Klaus-Peter Zsivanovits, der heute in Bonn lebt, arbeitete von 1966, bis zu seiner Ausreise 1974 nach Deutschland, beim Naturkundlichen Museum in Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien. In dieser Zeit hatte er öfters die Möglichkeit mehrere Wochen im Donaudelta unterwegs zu sein und Tiere zu kartieren. In Deutschland arbeitete er dann beim Bundesamt für Naturschutz. Im Ruhestand wurde er von Kollegen gebeten eine Reise ins Donaudelta zu organisieren. So fuhr eine kleine Gruppe 2013 und dann nochmals 2018 ins Donaudelta.

Herr Zsivanovits erzählte mit seinen 87 Jahren sehr lebendig und humorvoll über seine Reisen. Besonders spannend waren alte Bilder von seiner Zeit beim Naturkundlichen Museum Sibiu von 1966 – 1974 und seine Erzählungen über die Erlebnisse des einfachen Lebens damals mit Zelt und Lagerfeuer.

Rosapelikan

Das Donaudelta ist das größte zusammenhängende Schilfgebiet der Welt und kann nur per Schiff bereist werden. Der Startpunkt ins Delta war die Stadt Tulcea. Von dort aus reiste die Gruppe mit der Fähre weiter nach Crisan. Dies war der Ausgangsort für Ausflüge mit kleinen Booten ins Delta.

Im Donaudelta sind überdurchschnittlich viele Tier- und Pflanzenarten heimisch. Im Vortrag wurden viele Bilder von Vögeln, die auf den Ausfahrten gesichtet wurden, gezeigt: verschiedene Reiherarten, viele Seeschwalbenarten, die farbenprächtigen Bienenfresser und Blauracken, die seltenen Krauskopf- und Rosapelikane, verschiedene Enten und viele andere Vögel. Alte Fotos zeigten Aufnahmen von Gebieten, die heutzutage im Biosphärenreservat nicht mehr aufgesucht werden dürfen, wie z.B. die große Pelikankolonie. Rätselhafte Bilder zeigten die Spuren von Schildkröten und Schlangen.

Neben der Tierwelt wurde das Ökosystem vorgestellt. 80 % des Deltas sind Gewässer und Feuchtgebiete. Die Schilfrohrbestände filtern die Schwemmfracht, die die Donau auf ihrem langen Weg mit sich bringt, heraus und sorgen somit für eine gute Wasserqualität. Spannend war die Information, dass Schilfbereiche immer wieder abbrechen und im Delta umherschwimmen.

Im Schilfwald

Neben der Natur wurde auch das alltägliche Leben der Bewohner – früher und heute – gezeigt. Das Donaudelta kam erst 1878 zu Rumänien und es war zu dieser Zeit schon von Krimtataren, russischen Altgläubigen (Lipowaner), ukrainische Kosaken und anderen Ethnien besiedelt. Die Gründe für die Besiedelung waren oftmals die Zuflucht vor Verfolgung, die Schifffahrt und die natürlichen Ressourcen (Reichtum an Fischen und Schilfbestände). Durch die vielen Ethnien gab es eine außergewöhnliche ethnische und kulturelle Vielfalt. Nach dem 2. Weltkrieg verließen einige Gruppen das Gebiet und in der heutigen Zeit hat es mit der Abwanderung der jungen Bevölkerung und einer hohen Arbeitslosenquote zu kämpfen.

Die tollen Fotos und die vielen Anekdoten von Klaus-Peter Zsivanovits vermittelten den Zuhörern das Donaudelta auf eine beeindruckende Art und Weise und machten den Abend zu einem besonderen, eindrücklichen Erlebnis.

Die folgenden Bilder kann man mit einem Click darauf vergrößern und dann alle als Bildergalerie anschauen.

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