13. Juni 2026 – Exkursion ins Vogelschutzgebiet Wallhausen mit Gerhard Waldmann, Jakob Raidt und Paul Gundel
22 Teilnehmer fanden sich zum Rundgang durch das Vogelschutzgebiet bei Crailsheim ein.

Nach der Begrüßung durch NABU-Vorstand Mathias Rommel erzählte uns Gerhard Waldmann, dass er seit 1983 die Vögel in diesem Gebiet beobachtet. Voller Begeisterung berichtete er uns welche seltenen Vögel er und einige seiner Bekannten dort schon gesehen haben, z.B. Rotkopfwürger, Raubwürger, Wachtelkönig und Braunkehlchen haben in dem Gebiet früher gebrütet. Fischadler, Baumfalken und Schwarzstörche haben hier schon Rast gemacht. Aber auch welche Rückgänge es gibt, z.B. gab es in den 1980er Jahren zur Zugzeit mehrere Schwärme von insgesamt 10.000 Kiebitzen am Tag, 2026 umfasste der größte Schwarm gerade mal 70 Kiebitze.
Auch über die Geschichte dieses Europäischen Vogelschutzgebiets berichtete er uns. Ursprünglich hatte der Regionalverband und ein privater Investor hier einen Golfplatz, 8 Windkraftanlagen und weitere Projekte geplant. Brutnachweise vom Raubwürger und Wachtelkönig sowie der engagierte Einsatz von Naturschützern haben dies verhindert und in der Folge entstand hier 2010 das 539ha umfassende Vogelschutzgebiet.
Auf dem Spaziergang ins eigentliche Gebiet begleiteten uns viele Wiesen-Schafstelzen, die aus einem Rapsfeld immer wieder auftauchten.
Im zentralen Teil des Gebiets stellten uns Jakob Raidt und Paul Gundel vom Landschaftserhaltungsverband Schwäbisch Hall die Extensivierungs-Maßnahmen vor. Ca. 20ha Blühbrachen wurden angelegt, die 3-4 Jahre weder gemäht noch gedüngt werden. Weitere ca. 6ha extensives Grünland werden nur 1-2x pro Jahr gemäht. Das danken z.B. die vielen Feldlerchen, die wir beobachten konnten. Die Bewirtschafter bekommen für die Pflege Förderungen durch die Landschaftspflegerichtlinie.

Die Kernfläche, das „Kiebitzparadies“, umfasst ca. 4ha, hier wurden mehrere kleine, flache Seen angelegt, so wie es der Kiebitz liebt. Diese Fläche wird extensiv von Dexter-Rindern beweidet, damit das Gras nicht zu hoch wird. Und tatsächlich haben sich nach vielen Jahren der Abwesenheit inzwischen wieder Kiebitze eingefunden. In den letzten Jahren gab es immer mind. 2-3 Bruten. Durch einen relativ dichten Weidezaun wird verhindert, dass der Fuchs zu den Kiebitzbruten gelangen kann.
Wir hatten das Glück, einen auffliegenden Schwarm von 11 Kiebitzen beobachten zu können.
Der Rest des Vogelschutzgebiets, über 500ha, wird ganz normal konventionell bewirtschaftet. Es ist hauptsächlich Offenland, nur ein paar Hecken durchschneiden das Gebiet.
Zum Schluss zeigte uns Paul Gundel noch eine große Hecke, die vor 2 Jahren auf den Stock gesetzt wurde, da sie völlig veraltet war und keinen Schutz mehr bot, für zum Beispiel Rebhühner, die hier auch gelegentlich beobachtet werden. Mittlerweile ist sie schon wieder 1-2m hoch, blüht reichlich und bietet wieder Schutz und Nahrung.
Nach ca. 3h Rundgang mit lauter interessanten Informationen aus erster Hand bedankte sich Dieter Bock im Namen der NABU-Gruppe SHA noch mit einem Geschenk aus heimischer Produktion bei den Referenten und dann machten sich die Teilnehmer mit vielen neuen Eindrücken auf den Heimweg.
Vor einigen Jahren wurde ein Film über das Vogelschutzgebiet gedreht. Hier kann man ihn sich anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=YyZTSW6mwOg
Die folgenden Bilder kann man mit einem Click darauf vergrößern und dann alle als Bildergalerie anschauen.
















