6. Februar 2026 – Vortrag von Johannes Enssle: Unser Wald im Klimawandel

Am Freitag, dem 6. Februar 2026 war Johannes Ennsle, der Landesvorsitzende des NABU Baden-Württemberg, zu Gast beim NABU Schwäbisch Hall. Etwa 30 Besucher kamen in das Haus der Vereine, um seinen Vortag „Unser Wald im Klimawandel“ zu hören.
Am Anfang erläuterte Johannes Enssle Ursachen, Auswirkungen und verschiedene Szenarien des Klimawandels. Besonders prekär ist es, dass der Klimawandel auf einen geschwächten Wald trifft. Beispielsweise setzen die Zerschneidung durch Straßen, Stickstoff-Überschüsse sowie Wildverbiss dem Wald zu und schwächen ihn.
Das erste Zwischenfazit lautete daher: der Wald muss gestärkt werden, damit er im Klimawandel besteht.
Um die Resilienz der Waldökosysteme zu stärken, führte Johannes Enssle sieben Punkte an:
- Vielfalt statt Einfalt: Risikostreuung
- Auf Naturverjüngung setzen
- Förderung einheimischer wärmeliebende Baumarten, wie z.B. Eiche, Walnuss, Elsbeere etc.
- Flächige Räumung des Altbestandes vermeiden
- Waldboden schonen: Befahrung minimieren
- Humusaufbau fördern (Reißig und Totholz im Wald lassen)
- Wasserrückhalt im Wald stärken
Das zweite Zwischenfazit: Wer den Wald schützen will, muss das Klima schützen!
Der Referent ging auch auf den umstrittenen Bau von Windkraftanlagen in Wäldern ein und legte beeindruckende Zahlen vor: Ein Hektar Wald kann ca. 5 Tonnen CO2 jährlich aufnehmen. Aber eine 7MW-Windkraftanlage vermeidet ca. 7000 Tonnen CO2 jährlich.

Deshalb das dritte Zwischenfazit: Es ist viel effizienter mit Windkraftanlagen Strom zu produzieren als Holz zu verbrennen! Holz wird mittelfristig zu kostbar für den Ofen.
In Baden-Württemberg sind die Hochlagen, und damit die windreichsten Gebiete, häufig mit Wald bedeckt. Damit kam Johannes Enssle zum
vierten Zwischenfazit: Bei der Windkraft können wir in BaWü leider nicht auf Waldstandorte verzichten. Aber nicht jeder Waldstandort ist geeignet!
Zum Schluss ging Johannes Enssle noch darauf ein, was die Artenvielfalt im Wald braucht. Wichtig sind Sonderstrukturen wie Totholz und alte Bäume, die stehen bleiben sollten. Etwa 10% der Waldflächen sollten zu Waldschutzgebieten erklärt werden, und zusätzlich muss es Habitatbäume, Altholzinseln und Bereiche mit lichtem Wald geben, um vielseitige Lebensräume zu schaffen.
Die Zuhörer zeigten großes Interesse und stellten im Verlauf des Vortrags viele Fragen, aus denen anregende Diskussionen entstanden. Auf diese Weise bot die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, sich mit der Landesvertretung des NABU auszutauschen. Erst nach 2,5 Stunden ging der Vortragsabend zu Ende.




