7. Juni 2026 – Pflanzen-Exkursion auf den Tafelberg in SHA-Hessental mit Karin Öchslen

Das Interesse an der Führung war sehr groß, es waren ca. 50 Teilnehmer dabei!
Nach der Begrüßung durch NABU-SHA-Vorsitzenden Dieter Bock erläuterte die Initiatorin der Führung auf den Tafelberg, Dorothea Mutschler, kurz die interessante Geschichte des Tafelbergs. Entstanden auf dem ehemaligen Tontauben-Schießplatz der Dolan Barracks der US-Armee. Wegen der Bleibelastung des Schießplatzes, wurde die kontaminierte Erde sicher eingebaut und anschließend zwischen 2008 und 2015 mit den Erdaushub von verschiedenen Baustellen, u.a. dem Kocherquartier, der Tafelberg angelegt. Der Berg wurde terrassenartig gebaut und sich selbst überlassen. Nur auf einem kleinen Teil hat ein Verein einen Weinberg angelegt.
Wegen der sehr großen Teilnehmerzahl wurde kurzfristig beschlossen, die Gruppe in zwei Teile zu teilen, eine unter Führung von Karin Öchslen und eine unter der Leitung von Dieter Bock.
Es wurden ca. 60 krautige Pflanzen gefunden (ohne Gräser), 25% davon waren Schmetterlingsblütler, die auf diesem Rohboden mit Hilfe ihrer Knöllchen-Bakterien gut zurechtkommen. Sie gewinnen den Stickstoff aus der Luft und lagern ihn im Boden ein. Es gab mind. 4 verschiedene Wicken-Arten, 3 Platterbsen und 6 Kleearten, die gerade sehr dekorativ blühende Bunte Kronwicke und den aus dem Mittelmeerraum stammenden Süßen Tragant.

Ansonsten kamen hauptsächlich Pflanzen vor, die Ruderalflächen besiedeln, wie Rainfarn, Wilde Karde, Kriechendes Fingerkraut, Kratzdisteln, Huflattich und Wegwarte.
Einige Neophyten waren auch vertreten. Auf den unteren 2 der 4 Böschungen waren noch die Samenstände der weißblühenden Pfeilkresse vorhanden, die einen starken Ausbreitungsdrang hat. Auffällig waren auch die runden Fruchtstände der Behaarten Karde, die auf den ersten Blick mit den Klettfrüchten der Großen Klette verwechselt wurden. Vom Kanadischen Berufkraut waren erste blühende Exemplare zu sehen. Die Kanadische Goldrute konnte an ihren alten Fruchtständen und ihren charakteristischen Stängeln erkannt werden.
Interessant war, dass sich an den Böschungen ab und zu Pflanzen befinden, die auf feuchten Standorten wachsen, wie Schilf, Binsen und Seggen. Nicht weit davon entfernt waren Magerrasen-Pflanzen wie Silber-Fingerkraut und Aufrechter Ziest zu entdecken. Als Besonderheit, die allerdings schon verblüht hatte, kann die Gras-Platterbse – Lathyrus nissolia angesehen werden, die auf trockenen Wiesen oder in Trockengebüsch-Säumen wächst (Rote Liste Baden-Württemberg: 2, stark gefährdet, laut flora-bw.de ein Erstfund für die Region).

Einige Sträucher haben sich mittlerweile auch auf dem Tafelberg eingefunden. Besonders die Rosen sind sehr interessant. Neben der herkömmlichen Hunds-Rose, konnte die seltene Zimt-Rose – Rosa majalis (Rote Liste Baden-Württemberg: 3, gefährdet, laut flora-bw.de ein Erstfund für die Region) und auch die Bibernell-Rose gesichtet werden. Vermutlich wurden sie durch Wurzelreste mit dem Boden eingeschleppt.
Uwe Knorr ergänzte die Exkursion durch den Fang von und die Erklärung zu Schmetterlingen, u.a. konnte das Beilfleck-Widderchen in größerer Individuenzahl gefunden werden.
Die Exkursion war sehr lehrreich und alle waren erstaunt, wie vielfältig die Vegetation und auch die Fauna des Tafelbergs ist. Es ist in unserer stark genutzten Landschaft etwas Besonderes, wenn ein Gelände sich selbst überlassen wird und es sich entwickeln kann, wie es möchte.
Anschließend hat Dorothea Mutschler ins Wohnprojekt VivaKaree eingeladen. Sie erzählte uns einiges über das Wohnprojekt, dessen Entstehung, das heutige Zusammenleben und die Pflege der verschiedenen Gärten. Bei einem gemütlichen Beisammensein ließen wir dann den Nachmittag im Gemeinschaftsraum ausklingen.
Die folgenden Bilder kann man mit einem Click darauf vergrößern und dann alle als Bildergalerie anschauen.






















