11. Juli 2026 – Exkursion in die Altenberger Grimmbachklinge mit Martin Zorzi

Bei sommerlichen Temperaturen von 29 °C fanden sich 11 Teilnehmer für eine Wanderung durch diese typische Klinge, die von einem Seitental des Grimmbachs bei Altenberg gebildet wird. Martin Zorzi vom Umweltzentrum Schwäbisch Hall hatte die Idee zu diesem Exkursionsziel und führte die Gruppe durch das eindrucksvolle Gelände. Schon bald nach dem Eintritt in das Tal öffnete sich der Blick vom Weg auf den steil abfallenden Hang, an dessen Grund man tief unten das Bachbett erahnen konnte. Klingen sind in einer mehr oder weniger ebenen Landschaft tiefe Einschnitte, die durch die Erosionswirkung von Bächen ausgewaschen wurden. Sie haben sich in der jetzigen Form erst gegen Ende der letzten Eiszeit ausgebildet und sind daher noch recht jung. An den abschüssigen Hängen wächst Wald, aus dem die Bauern das Holz nur unter erschwerten Bedingungen ernten können.

Die lange anhaltende Trockenheit hatte in der Natur ihre Spuren hinterlassen. Das Bachbett war bereits trockengefallen, und manche Pflanzen am Wegesrand hatten ihre Blüte vorzeitig beendet. Dennoch waren viele Arten zu sehen, die an Waldrändern oder an lichten Stellen im Wald wachsen wie zum Beispiel die Nesselblättrige Glockenblume oder der Zickzack-Klee. Überraschend war plötzlich ein offener sonniger Bereich mit einem großen Bestand von blühenden Acker-Kratzdisteln. Diese auf den Feldern gefürchtete, aber von Insekten geliebte Art wurde dort wohl durch Erdablagerungen eingebracht, und hier sahen wir auch viele Schmetterlinge, die die Blüten besuchten. Frisch geschlüpfte Zitronenfalter, bereits ältere Tagpfauenaugen und sogar Ulmen-Zipfelfalter fanden die Distelblüten attraktiv. Auf unserem Weg trafen wir noch weitere Pflanzen an, die die Schmetterlinge besonders anzogen, etwa den Wasserdost, auf dem sich mehrere Kaisermäntel versammelt hatten, oder die Kleine Klette, an der der Kleine Eisvogel zu sehen war.
Wir stiegen bis zum Grund der Klinge ab und waren auf beiden Seiten von den steilen Hängen umgeben.
Wir kamen an einem brusthohen Exemplar der Tollkirsche vorbei, ein Nachtschattengewächs, das gleichzeitig blühte und auch schon schwarze Früchte ausgebildet hatte. Eine schwarze Beere präsentierte auch die Vierblättrige Einbeere, die zur Ordnung der lilienartigen Gewächse zählt. Beide Pflanzen sind für uns stark giftig.

Am Nordhang der Klinge durchquerten wir einen Buchenwald, in dem einige starke Rotbuchen standen.
Am Boden wuchs stellenweise das Einblütige Perlgras, ein recht unscheinbares Gras, das aber erwähnenswert ist, weil es einer charakteristischen Pflanzengesellschaft den Namen gegeben hat, nämlich dem Perlgras-Buchenwald. Immer wieder lagen auch umgestürzte Eschen am Boden, und es gab viel Totholz, das manchmal zu malerischen Gebilden verrottet war. An einem alten Baumstamm entdeckten wir einen auffälligen holzzersetzenden Pilz. Seine tellerförmigen Fruchtkörper waren mit einem Durchmesser von etwa 30 cm erstaunlich groß. Später konnte er als Schuppiger Stielporling bestimmt werden, der auch an lebenden Bäumen wächst und als junges Exemplar sogar essbar ist.
Trotz der sommerlichen Hitze verlief die Exkursion sehr angenehm, denn in der Klinge war es etwas kühler und es gab immer einen leichten erfrischenden Wind. Voller Eindrücke traten wir schließlich den Rückweg nach Altenberg an, dem Ausgangsort unseres Rundgangs. Dort kehrten wir in Badmanns Vesperstüble ein und konnten uns bei gutem Essen und Trinken wieder stärken.
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