5. Dezember 2025 – Vortrag von Karin Öchslen und Uwe Knorr: ALBANIEN – Zwischen Tradition und Moderne

Am 5. Dezember 2025 war der Vereinsraum mit ca. 70 Besuchern dicht gefüllt. Das Thema „Albanien“ hat viele interessiert.

Karin Öchslen und Uwe Knorr begrüßten die Besucher und begannen ihren Vortrag mit vielen Hintergrundinformationen über die Geschichte des Landes, das über lange Zeit von der restlichen Welt abgeschottet war.

Ein Hauptgrund ihrer Reise nach Albanien im Frühjahr 2023 war der Fluss Vjosa. Im März 2023 wurde der Flusslauf und seine Nebenflüsse zum Nationalpark erklärt. Karin Öchslen stellte die Vjosa mit einigen ihrer Nebenflüsse mit herrlichen Landschaftsaufnahmen vor. Der Fluss ist einer der letzten in Europa mit naturbelassenem Flussbett. Es wurden auch die Probleme gezeigt, wie das Müllproblem, die Einleitung von Schadstoffen und den Bau des neuen Flughafens in der Nähe der Mündung der Vjosa in die Adria.

Danach wurde mit tollen Bildern und einem Video mit Glühwürmchen und einem Laubfroschkonzert die Küste vorgestellt. Sie besteht teilweise aus breiten, schier endlosen Sandstränden und teilweise aus schroffen Steilküsten. Albanien sieht seine wirtschaftliche Zukunft im Tourismus, deshalb entstehen derzeit leider viele Ferienanlagen an der Küste und es gibt Planungen, für Ferienanlagen in wertvollen Schutzgebieten.

Die Vjosa im Oberlauf

Neben der herrlichen Landschaft gab es auch Einblicke in die Hauptstadt Tirana mit ihren ca. 700.000 Einwohnern. Grundsätzlich ist die Stadt eine moderne Großstadt. Sie ist sehr bunt, da man vor ca. 20 Jahren damit begann die grauen Fassaden farbig anzumalen, um die Tristesse der kommunistischen Zeit zu vertreiben. Im historischen Zentrum wachsen in letzter Zeit viele Hochhäuser in den Himmel.

Anschließend ging die Reise weiter Richtig Osten, an den Ohrid- und Prespasee. Der Prespasee ist vom Ohridsee durch einen Gebirgszug getrennt, liegt 150m höher und entwässert unterirdisch in den Ohridsee. Auf dem Gebirgszug, direkt jenseits der Grenze in Nordmazedonien, befindet sich der der Nationalpark Galicica mit dem höchsten Gipfel Magaro mit 2255m, der uns anhand einer Wanderung mit vielen besonderen Pflanzen vorgestellt wurde.

Karin Öchslen und Uwe Knorr unternahmen eine Bootstour zur kleinen Insel Golem Grad im Prespasee, die für ihre Pelikan- und riesige Kormoranpopulation bekannt ist. Auf dem Prespasee leben Rosa- und Krauskopfpelikane. Die Bilder der Insel und der unterschiedlichen Tierarten waren sehr beeindruckend.

Das nächste Thema im Vortrag war der größte See des Balkans, der Shkodrasee. Der See liegt je zur Hälfte in Montenegro und Albanien. Vom Shkodrasee aus erstrecken sich Richtung Norden und Osten die höchsten albanischen Berge mit dem höchsten Gipfel des Landes von 2764m.

Zwischen Tradition und Moderne

In den abgelegenen Gebieten im Norden hat sich das alte Gesetz der Berge – der Kanun – erhalten. Karin Öchslen erläuterte uns, dass in ihm alle Belange des täglichen Lebens geregelt wurden und es stand lange über den anderen gesetzlichen Regeln. Ein Teil davon ist die noch heute praktizierte Blutrache.

Die beiden Reisenden sind mit einer Fähre über den Koman-Stausee in die Berge gefahren. Wie die Bilder zeigten ist dies landschaftlich sehr reizvoll mit den teilweise sehr steil und schroff abfallenden Felsen, die den See begrenzen.

Die letzte Station des Vortrags war das auf ca. 1000m Höhe liegende Hochtal „Valbona“. Uwe Knorr erzählte uns, dass sich im Tal der Wandertourismus etabliert hat und somit die Bevölkerung nicht abgewandert ist, wie in vielen anderen Landesteilen. Die Bilder der Bergkulisse bezauberten durch ihre kleinräumige Vielfalt und schöne Naturlandschaft.

Der Vortrag gab einen Einblick in dieses, bei uns noch recht unbekannte, kleine und doch sehr abwechslungsreiche Land. Die einführenden Hintergrundinformationen waren zum Verständnis der Entwicklung des Landes sehr hilfreich. Immer wieder wurde albanische Musik eingespielt und es wurden viele einheimische Pflanzen und Tiere vorgestellt.

In der Pause wurde als landestypische Köstlichkeit der Kuchen „Trilece“ und albanischer Bergtee angeboten.

Der stimmungsvolle und interessante Vortrag mit seinem abwechslungsreichen und kurzweiligen Programm ging schnell vorüber und zum Ende gab es noch viele Fragen von den Besuchern, bevor alle mit vielen neuen Eindrücken nach Hause gingen.

Die folgenden Bilder kann man mit einem Click darauf vergrößern und dann alle als Bildergalerie anschauen.

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